CHINA TIBET MONGOLEI
Eine ungewöhnliche Reise von den Steppen der Mongolei bis zu den Hochgebirgen Tibets


Reiseroute China Tibet Mongolei
Es mußte vor allem ein billiger Urlaub werden", sagte Wolfgang Fengler halb entschuldigend. Ein Ziel mit Preisen wie daheim kam deshalb für die geplante Reise nicht in Frage. Irgendein Alltags-Trip sollte es auch nicht sein, und so entschied sich der 26-jährige Politologe für Ganz-weit weg: mit der Transsibirischen Eisenbahn über Rußland in die Mongolei, dann auf eigene Faust quer durch China und schließlich durch die Berge Tibets.

Mit Freundin Petra brach er Anfang August auf. Vor ihnen lagen drei Monate in einer Gegend in der sie weder Sprache noch Schrift verstanden, wo es oft keinen Strom gab, wo sie es mit der Polizei zu tun bekamen und wo es immer kälter wurde. Von Moskau aus verbrachten sie fünf volle Tage im Zug in dem sie die einzigen Europäer unter lauter Mongolen waren, die von diesen beäugt und in Zeichensprache ausgefragt wurden. Was tut man da die ganze Zeit? Hauptsächlich essen, sagt Wolfgang. Jurte in der MongoleiAber schön war es: Als wir in Ulan Bator in der Mongolei ausstiegen, verabschiedeten wir uns von den anderen wie von Freunden. Nun empfing sie die Härte des Tramperdaseins. Oft gab es kein Benzin, die ohnehin wenigen Autos konnten nicht fahren, und die zwei Urlauber standen in der Tundra, wie das Männlein im Walde. Ein paar Tage lebten sie bei einem Mann mit seinen neun Kindern, die in einer Jurte wohnten, dem mongolischen Zelt. Bei diesem Urlaub auf dem Bauernhof tranken sie so wie die Einheimischen Stutenmilch und gesalzenen Tee und durften mit den Pferden ausreiten. Leider ging uns der Gaul durch, aber bald hatten wir ihn wieder. Wo hätte er auch hinlaufen sollen? Es gab ja nichts außer der Jurte.

Chola-Pass in TibetMit dem Zug ging es weiter nach Hongkong von wo Petra zurück nach Hause flog und Wolfgangs Freund Kenan zu ihnen stieß. Die beiden jungen Männer wollten sich abseits der für Touristen erlaubten Route nach Lhasa in Tibet durchmogeln. Zweimal wurden sie von Polizisten erwischt, zweimal büchsten sie nachts aus, kletterten über Mauern und balancierten über Hausdächer aus Pappe und morschem Holz. Dabei brach Kenan ein , was die Bewohner in Aufruhr versetzte. „Erst ging die Frau mit dem Besen auf uns los, aber dann zahlten wir ihr so viel Geld für das Dach, daß sie sich beruhigte." Nach Lhasa schafften sie es trotzdem nicht. Kälte und Heimweh trieben sie zurück nach Hongkong, wo sie den Flug nach Hause buchten.

Skyline von Hong KongFazit: Schön war es, aber mühsam. Wenn man die Sprache nicht versteht und es langsam Winter wird, denkt man gern an zu Hause. Allein hätte ich das nicht ausgehalten. Aber billig war die Reise, für die drei Monate habe ich etwa 2000 Mark ausgegeben. Einschließlich Dachreparatur!

(entnommen aus einer Reportage der Münchner Abendzeitung)




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Guilin

Dege in Tibet


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